FAQ - Frequently asked questions

Wie schreibt man einen Roman?


Meine Deutschlehrerin hat immer gesagt: "Mit viel Spucke und Geduld."

Das mag nun etwas sehr harsch klingen, trifft aber doch ein Stück weit zu. Zunächst braucht es natürlich ein Flair zum Schreiben. Man hat bestenfalls schon als Kind in der Schule gerne Aufsätze oder Gedichte geschrieben, hat viel gelesen und Bücher verschlungen. Außerdem ist Grammatik für einen nicht bloß ein Fremdwort.

Als nächstes muss da eine Idee sein, jenes zündende Etwas, das die Fantasie beflügelt und im Kopf eine Geschichte entstehen und wachsen lässt. Dabei merkt man sehr schnell, ob die Idee zu etwas taugt oder nicht. Denn wenn nicht, lässt sich die Geschichte nur mit Mühe weiterentwickeln. Man schreibt einen Plot, also eine kurze Zusammenfassung der Idee, baut diesen immer weiter aus, bis die Story in den Grundzügen steht. Erst jetzt fängt das richtige Schreiben an. Und ja, das kann unter Umständen tatsächlich viel, viel Geduld und Durchhaltevermögen kosten. Es gibt Tage, da möchte man das Ganze am liebsten in eine Ecke pfeffern. Plötzlich macht sich ein Fehler im Plot bemerkbar, den man vorher gar nicht bedacht hat. Also wieder zurück zum Start - mit Glück nur bis zum Anfang der Szene oder des Kapitels, mit Pech landet alles bisher Geschriebene im Kübel. Aber Durchbeissen lohnt sich. Denn ist es geschafft und man hält das fertige Manuskript in den Händen, ist das Gefühl kaum zu beschreiben.




Wie genau macht man Recherche?


Das kommt ganz auf das Thema an. Ein Krimi hat zum Beispiel ganz andere Wissensanforderungen als ein Historischer Roman. Wobei es, meiner Meinung nach, kein Standardvorgehen gibt, denn jede Autorin und jeder Autor arbeitet auf eine ganz individuelle Weise, abhängig vom Thema und möglichen Vorkenntnissen. Ich persönlich liebe Recherche über alles. Das geht sogar soweit, dass ich oft gar nicht mit dem eigentlichen Schreiben beginnen kann, ehe ich meinen Anspruch an Basiswissen über das jeweilige Thema nicht erfüllt habe. Dazu arbeite ich mit einer Art "mentalen Checkliste", auf der ich mir verschiedene Fragen stelle. Bei einem Historischen Roman wären das zum Beispiel: In welcher Epoche befinde ich mich? Wo ist der Schauplatz? Von hier aus geht es dann immer tiefer in die Materie hinein und es eröffnen sich nach und nach immer weitere Detailfragen wie z.B. über bekannte historische Ereignisse, die politische Situation, über historisch belegte Figuren und deren Stammbaum, Sprache, Kleidung, Usanzen, Religion, Essen & Trinken, gebräuchliche Namen usw, usw. Sämtliche Informationen werden in einem Ordner und/oder Notizbuch gesammelt. Meistens füllt sich die Wand in meinem Arbeitszimmer dabei auch immer mehr mit Post-its für die Stammbäume und ich kritzle meinen Flipchart voll. Als Quellen dienen mir sowohl das Internet (Wikipedia ist übrigens mit Vorsicht zu genießen!) als auch Bücher, Museumsdokumentationen, Archivunterlagen - alles, was ich irgendwoher zusammenraffen kann. Wenn immer möglich bietet eine Recherchereise zudem einen unersetzlichen Einblick. Sobald ich mich mit Epoche und Thema soweit auseinandergesetzt habe, dass ich mich sattelfest fühle, beginne ich mit dem eigentlich Schreibprozess. Natürlich tauchen auch während diesem noch gelegentlich Fragen auf. Die Recherche ist ein laufender Prozess, der eigentlich erst zu Ende ist, sobald das fertige Buch gedruckt vor einem liegt.




Wie lange dauert es, einen Roman zu schreiben?


Auch das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Je nach vorgegebener Seitenanzahl, Thema, Planung, Vorbereitung sowie Schreibzeit und -tempo kann das Monate dauern, wenn nicht manchmal sogar Jahre.